(von Christoph Bruckhoff)

„Wer ist´s, der Leben begehrt und gerne gute Tage hätte? Behüte deine Zunge vor Bösem und deine Lippen, dass sie nicht Trug reden. Lass ab vom Bösen und tue Gutes; suche Frieden und jage ihm nach!“ Psalm 34,13-15

Ja, Herr, gib Frieden. Lasst uns nicht nachlassen, den Frieden zu suchen und ihm nachzujagen. Mich überzeugen die Worte des Psalmbeters, die wir soeben gemeinsam gesprochen haben: „Suche Frieden und jage ihm nach!“ – so haben wir in diesem Jahr eine Jahreslosung, die wirklich passt. Wie aktuell sind diese prophetischen Worte!

Sehr verehrte Bischöfe,

sehr verehrte Stadtoberhäupter von Frankfurt und Słubice,

sehr verehrte Gäste aus Kirche, Politik und Gesellschaft,

verehrte, liebe Kuratoriums- und Vorstandsmitglieder,

liebe Vereinsmitglieder, ohne die unsere Arbeit all die Jahre nicht möglich gewesen wäre,

und besonders, liebe polnische Freunde, die Ihr unsere ausgestreckte Hand zur Versöhnung angenommen habt und nun mit uns auf dem Weg in ein gemeinsames Europa seid.

Sie alle heiße ich sehr herzlich willkommen!

 

„Wer Frieden will, muß Freunde gewinnen“ – dieses Wort von Karl Dedecius war vor drei Wochen das Motto unserer deutsch-polnischen Studienfahrt nach Oberschlesien zum Gedenken an den deutschen Überfall auf Polen. Bei einem schlesischen Abend haben wir Freunde gefunden, die spontan beschlossen haben, unserer Einladung zur heutigen Jubiläumsfeier zu folgen, um heute mit uns zu feiern. Ihnen gilt mein besonderer Willkommensgruß.

Im Evangelischen Pressedienst vom 13. Januar 1991 war auf dem Deckblatt zu lesen: „Deutsche und Polen auf dem Weg zu dem gemeinsamen Haus Europa, Kirchentagskongress in Frankfurt(Oder).“ Dazu der Kleintext: „Die Menschen sind nicht offen für das Thema, erklärte der Superintendent fast entschuldigend zur Begrüßung der knapp 120 Teilnehmer. Nur zehn Frankfurter hatten sich gemeldet, statt der erwarteten dreißig. Privatquartiere waren nur mühsam gefunden worden, und den jungen Kaplan aus dem polnischen Słubice, der den ökumenischen Schlussgottesdienst mitgestalten sollte, hat seine Kirche zehn Tage davor ohne Angabe von Gründen versetzt. Ein Ersatzmann war unter den polnischen Priestern nicht zu finden.“